Gerade einmal 19 Jahre mussten wir hier in Deutschland darauf warten, bis das RPG Juwel Earthbound von Nintendo auch hier offiziell veröffentlicht wurde. Mensch, wie doch die Zeit vergeht. Earthbound ist ein japanisches Rollenspiel für das Super Nintendo und in Form der US Version seit kurzem auch im Wii U E-Shop erhältlich. Und wisst ihr was das tollste daran ist, selbst nach 5 Fußball Europameisterschaften, dem Jahrtausendwechsel, 11 Staffeln Big Brother (was zum…), der Einführung einer neuen Währung und nach 5 verschiedenen Bundespräsidenten ist und bleibt Earthbound immer noch frisch und wirkt keinesfalls eingestaubt. Wie machen die das nur…

Earthbound ist auf den ersten Blick nicht sonderlich anders als andere klassischen japano Rollenspiele. Ihr lauft mit einer Gruppe an Helden durch das Land, vermöbelt in rundenbasierten Kämpfen diverse Bösewichte und erhaltet als Belohnung Erfahrungspunkte durch die der Level eurer Helden steigt und sich neue Fertigkeiten freischalten- Schema F. Doch Earthbound ist kein Spiel von der Stange. Earthbound hat eine ganz eigene Stimmung und Welt, alles fühlt sich leicht und unbekümmert an, selbst ernste Momente bieten immer einen Platz für einen kleinen Witz. Mal Gedanken provozierend mal kindlich und albern, alles fügt sich wie im Yin und Yang zusammen und bildet eine einzigartige „fühl dich gut“ Atmosphäre, in der es dem Spieler leicht gemacht wird, sich in der Spielwelt wiederzufinden. Die ganze Geschichte verfällt glücklicherweise dennoch nicht in ein laues Geplänkel, sondern wird, wie von einem Rollenspiel erwartet, von Höhen und Tiefen begleitet die weder Freude noch Trauer unberührt lassen.

 

Der Spieler selbst wird in Earthbound ein ums andere Mal vom recht happigen Schwierigkeitsgrad gefordert und verlangt mehr als nur stupides angreifen. Den Entwicklern ist es dabei gelungen einige Spielmechaniken einzubauen, die zu meinem Unverständnis, selbst in modernen Rollenspielen kaum zu finden sind. Nicht nur, dass man  darauf verzichtet hat Zufallskämpfe ins Spiel einzubauen und man den Gegnern so, schon auf der Karte ausweichen kann, nein, bei genügend hohem Level wird der Kampf automatisch gewonnen ohne, dass in den Kampfbildschirm gewechselt wird. Dies macht die Reise in frühere Gebiete deutlich angenehmer und erspart so manchen zeitraubenden Kampf gegen ohnehin zu schwache Gegner. Erfahrungspunkte gibt es natürlich trotzdem. Ebenfalls interessant ist die Funktion nach einem fatalen Schlag nicht sofort Game Over zu gehen. Erleidet eure Figur also einen Schlag der normalerweise die Lebenspunkte auf 0 setzen würde, laufen diese langsam wie bei einer tickenden Zeitbombe ab. Der Spieler hat somit die Möglichkeit vorher noch einzugreifen und Gevatter Tod mit einer schnellen Heilung zuvorzukommen.

Alles in allem ist Earthbound ein Spiel und eine Erfahrung die auch nach 19 Jahren zu überzeugen weiß. Der Preis für die Virtual Console Version liegt knapp über 10 € und damit weit unter den rund 300,- Euro + X die auf Ebay für das amerikanische SNES Modul verlangt werden. Ich jedenfalls, kann es kaum abwarten auch die nächsten 19 Jahre darauf zu warten, bis dann schließlich der Nachfolger Earthbound 2, sprich das japanische Mother 3 nach Europa kommt.

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