Ein schattiges Plätzchen, ein hübsches Gebüsch, das Fernglas gezückt und bloß niemandem auffallen. Was klingt wie der Auftakt zu einer schlechten Voyeur-Geschichte mit Anleihen aus 70er Jahre Erotik-Filmchen, entpuppt sich bei genauerem hinsehen, als der neue Titel der „Sniper“-Reihe von Entwicklerstudio Rebellion.
Sniper Elite 4 führt uns dieses Mal ins Italien des Jahres 1943, das zu dieser Zeit gänzlich unter Kontrolle der lokalen Faschisten und natürlich der Nazis steht. Karl Fairburne, seines Zeichens Scharfschütze, soll eigentlich mit einem kleinen Frachter getarnt an der Küste an Land gehen, um zu tun, was Scharfschützen im Krieg eben so tun. Das Ganze hätte nun vergleichsweise wenig Spannungsbogen, wenn nicht etwas dramatisch schief laufen würde. Das Schiff wird kurz vor der Küste von einer Rakete der Nazis in die Luft gesprengt und unser Protagonist kann sich nur so grade eben ans rettende Ufer schleppen. Ab hier gilt es nun herauszufinden, was eigentlich genau passiert ist.

Sniper Elite 4 Shooting
Wie üblich in Szenarien die im zweiten Weltkrieg spielen, haben die Nazis natürlich wieder eine neue Superwaffe entwickelt (so wie ca. jedes zweite Wochenende und an Tagen, die auf „G“ enden). Besagte Superwaffe ist eine Ferngesteuerte Lenkrakete und der Angriff auf unser Schiff diente als Propaganda-Inszenierung.
So klischeehaft die Geschichte auf den ersten Blick erscheinen mag, sie ist gut in Szene gesetzt. Die Gebiete sind stimmig designed, die Dörfchen, Wälder und Küstengebiete sind mal verwinkelt, mal offen, aber stets atmosphärisch gut umgesetzt. Hin und wieder stoßen wir sogar auf Partisanen, die sich offen mit den Truppen der Nazis anlegen. Denen können wir dann entweder helfen, was uns später das Vorrücken in bestimmten Gebieten erleichtert, oder wir können sie ignorieren, was zur Folge haben kann, dass das Trüppchen schnell dezimiert wird.

Durchhalten ist die Parole!

Was den eigentlichen Spiel-Flow angeht, so möchte ich jedem Interessierten empfehlen, die erste Mission schnell zu vergessen und nach vorn zu blicken. Das Spiel ist kein Open-World-Shooter, sondern verteilt sich auf 10+ Karten, die für sich genommen jeweils gute zwei Stunden Spielzeit einfordern. Die erste Mission möchte ich hier mal wohlwollend als erweitertes Tutorial bezeichnen. Anfangs ist das Vorgehen noch stark repetitiv. Man hockt auf immer wieder gleich aussehenden Türmchen, markiert alle Gegner und schießt dann einen nach dem anderen über den Haufen. Das wiederholt man dann ca. 10 mal und irgendwann ist die Mission beendet.

Geduld zahlt sich jedoch aus. Die kommenden Missionen sind anspruchsvoller und deutlich abwechslungsreicher. Die Karten sind dabei zwar nicht übermäßig groß, aber aufgrund des guten Designs und des erzwungen vorsichtigen Vorrückens, dass das Spiel von uns fordert, fällt das überhaupt nicht ins Gewicht. Im Gegenteil, dadurch, dass wir klare Missionsziele erhalten und es in jedem Level ein paar versteckte Dinge zu finden gibt, fühlen sich die Abschnitte am Ende auch als „abgeschlossen“ an.

sniper elite 4 rect sniper elite 4 say cheese

Den Übergang zum nächsten Abschnitt bekommen wir dann als kleine Ingame-Sequenzen serviert. Wer hier viel Rollenspiel oder große Literatur erwartet ist fehl am Platze. Die Sequenzen erfüllen aber ihren Zweck.
Das Herz von Sniper Elite 4 ist ohnehin genau das, was der Titel schon vermuten lässt. Die meiste Zeit suchen wir uns irgendwo ein lauschiges Plätzchen mit gutem Überblick über die Gegend, markieren unsere Gegner und versuchen diese dann so zielgenau wie möglich in die Hölle zu befördern. Dabei haben wir die Möglichkeit mittels Leertaste die Luft aus den Lungen zu lassen, damit der Lauf des Gewehres ruhiger gehalten wird und wir besser zielen können. Nebenbei hat diese Technik noch den Effekt, dass die Zeit leicht verlangsamt wird. Aber Achtung: wer den Rambo spielen will wird schnell bestraft. Es gibt verschiedene Möglichkeiten unsere Schüsse zu tarnen. Zum Beispiel können wir auf Umgebungslärm warten, der unsere Schüsse übertönt oder direkt zur leisen Unterschallmunition greifen. Werden wir entdeckt bevor wir die Feinde in der Umgebung ausreichend dezimiert haben, kann das schon mal zum eigenen verfrühten Ableben führen. Daher empfiehlt sichin Sniper Elite 4 eher chirurgische Präzision als brachialer Übermut.

Gestatten: Dr. Hackebeil

Befindet sich das Ziel dann im Sucher, erledigt ein Druck auf die linke Maustaste das übrige. In der folgenden Animation können wir in Zeitlupe beobachten, wie die Kugel den Schädel oder die Innereien unseres Opfers durchschlägt. Diese X-Ray Ansicht mag nicht unbedingt etwas für jedermann sein, hat der Serie allerdings unbestreitbar eine gewisse Bekanntheit eingebracht. So Interessant diese detaillierten Eindrücke für den aufstrebenden Anatomie-Studenten vielleicht sein mögen, so sehr fangen sie dann nach der 50. Slow-Motion Sequenz an zu stören. Vor allem wenn wir zu viel riskiert haben, entdeckt wurden und eine ganze Gruppe von Nazis unsere Stellung unter Feuer nimmt, stören die Unterbrechungen den Spielfluss.

Im Hinblick auf die Gruppendynamik unserer Feinde hat das Spiel im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugelegt. Schlägt ein Soldat Alarm und lässt unsere Deckung auffliegen, wird unsere Stellung innerhalb von ein paar Sekunden, von einer ganze Meute von Nazis aufs Korn genommen. Dann müssen wir entweder einen schnellen und präzisen Finger am Abzug haben, oder wir sollten uns fürs erste zurückziehen und in einem sicheren Gebiet Deckung suchen.

sniper elite 4 wald

Abgesehen von unserem Scharfschützengewehr haben wir als alternative Waffen noch eine Maschinenpistole und eine “normale” Pistole dabei, die man sich optional mit Schalldämpfer in die Ausrüstung stopfen kann. Die Pistole kommt nur selten zum Einsatz. Meist dann wenn wir die Möglichkeit haben, Feinde lautlos aus der Nähe auszuschalten. Die Maschinenpistole hält bestenfalls als Ausputzer her, nachdem unsere Tarnung aufgeflogen ist und uns ein Trupp Nazis zu dicht auf die Pelle gerückt ist. Das Hauptaugenmerk des Spieles liegt allerdings auf dem Gewehr.

Als wären die vielen Soldaten noch nicht genug, müssen wir uns auch des öfteren verschiedenen Panzern stellen. Zum Glück haben wir auch hier die passende Antwort im Arsenal. Minen, Sprengfallen, Granaten, Sprengsätzen etc. alles im Handgepäck dabei. Geschickt platziert, entledigen wir uns damit den unliebsamen Gesellen mit Leichtigkeit. Dabei kann hin und wieder auch die Umgebung genutzt werden. Benzinkanister, Seilwinden, Munitionskisten und Co. können durchaus sinnvoll mit in die Planung einbezogen werden.
Wirklich dynamisch macht das die Karten allerdings nicht. Das ist aber auch gar nicht nötig. Durch das durchdachte Design gibt es in fast jedem Kartenbereich verschiedene Zugangsmöglichkeiten. Das Spiel wird so an keiner Stelle unfair und bietet ausreichend Variationsmöglichkeiten. Im Gegenteil: durch die sehr fair gesetzten Checkpoints, kommt es selten vor, dass mal mehr als einige Sekunden nach dem eigenen Ableben verloren gehen. Hier fühlt sich Sniper Elite 4 fast schon zu einfach an. Eigene Fehler werden kaum bestraft und ein möglicher Tod verliert seinen Schrecken. Hier wären etwas weiträumiger gesetzte Checkpoints oder alternative Belohnungs-Systeme  eine Alternative gewesen, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

sniper elite 4 tactic sniper elite 4 easy kill

Haben wir dann schlussendlich unser Missionsziel erreicht, erhalten wir im Abschluss-Bildschirm eine Übersicht unserer Trefferquote und der erreichten Missionsziele. Danach dürfen wir errungene Stufen noch in einige wenige Perks stecken, die Spielerisch allerdings kaum spürbare Unterschiede mit sich bringen. Schade, hier wäre sicherlich mehr Variation möglich gewesen.
Wem die Kampagne und die Suche nach versteckten Objekten alleine zu öde ist, kann sich in den Missionen auch im Coop-Modus austoben. Dieser funktioniert natürlich dann am besten, wenn man sich mit dem Partner abspricht und gemeinsam Fallen ausheckt.

Wer sich vom ebenfalls verfügbarmen Deathmatch rasante Kämpfe in Counter-Strike Manier erhofft, sollte gewarnt sein. Die meiste Zeit verbringt man auch hier damit, sich ein sicheres Plätzchen mit guter Übersicht zu suchen und darauf zu warten, dass man feindliche Spieler erblickt, die ihrerseits mal die Nase aus der Deckung strecken. Wer mit gezückter MP aufs offene Feld läuft, fängt sich schneller eine Bleivergiftung ein, als man Sniper Elite 4 sagen kann.

Bugs konnte ich während meiner Zeit mit dem Spiel nur sehr bedingt finden. So kommt es selten vor, dass mein Sucher beim zielen genau auf den Kopf des Gegners gerichtet ist, aber nicht rot wird und auch nicht trifft. Bewege ich das Objektiv dann ein wenig hoch oder runter, springt der Sucher gleich ein großes Stück nach oben oder unten. Grund hierfür ist wahrscheinlich ein unsichtbares Objekt zwischen mir und meinem Ziel, dass ich ungewollt anvisiere und aufgrund des Entfernungsunterschiedes eine ganz andere Höheneinstellung zum zielen erfordert. Hin und wieder kommt es auch vor, dass Gegner sich durch etwas ruckartige Animationen einfach aus dem Zielsucher “glitchen”, was dann zur Folge hat, dass der Schuss daneben geht. Mit etwas weicheren Animationen wäre dieses Problem wahrscheinlich gar nicht wahrnehmbar gewesen.

Sniper Elite 4 Cheats

Sniper Elite 4
Fazit:
Tales of Berseria überzeugt durch eine interessante, alternative Geschichte mit charismatischen Charakteren. Das aufwändige Kampfsystem und Möglichkeiten der Waffen-Verbesserungen geben dem Spieler die Möglichkeit, noch mehr Einfluss auf das Spiel-Geschehen zu nehmen. Durch Erkundungsfahrten mit den Piraten, Kochen aber auch die Kostüme der Katz wird die teils sehr düstere Stimmung des Spiels angehoben. Dies geschieht nicht zuletzt auch durch die immer wieder optional möglichen Plaudereien der Gefährten. Die ungewöhnliche Geschichte kann über die teils tristen, langatmigen und grafisch nicht ausgereiften Gebiete und Szenerien hinwegtrösten. Für mich ist die Geschichte von Velvet Crowe eine unglaubliche Bereicherung für das Tales-Universum und ein Must-Have für alle Fans der Reihe. Einsteiger haben es zu Weilen ein wenig schwieriger kommen aber auch hier auf ihre Kosten. Dieses JRPG ist alles andere als ein Klischee!
8
Prima

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.